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Ausgabe 09/2026

Newsletter der Gesellschaft für Christlich-Jüdische
Zusammenarbeit Darmstadt e.V.

18. September 2026 | 7. Tischrei, 5787 | ז׳ תִּשְׁרֵי תשפ״ז

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Hohen Feiertage Rosh Hashana und Jom Kippur sind eine besondere Zeit: eine Zeit zum Innehalten, zur Selbstreflexion und zugleich eine Zeit der Hoffnung auf ein gutes, friedlicheres und sicheres neues Jahr.

Gerade in diesen Tagen lohnt sich auch ein Blick darauf, wie über Israel berichtet und der öffentliche Diskurs darüber geführt wird. Neben berechtigten Fragen und Einwänden sollte nicht vergessen werden, dass Israel auch ein Land ist, dessen Rettungsteams nach Katastrophen zu den ersten internationalen Helfern gehören, dessen Ärzte Menschenleben retten und dessen Wissenschaft weltweit wichtige Beiträge leistet.

Der bei der Biennale in Venedig ausgezeichnete Film „NAZA“ ist dafür ein aktuelles Beispiel. Er stellt Israels Kriegsführung und den Umgang mit zivilen Opfern in den Mittelpunkt. Die aufgeworfenen Fragen verdienen Diskussion. Doch ein Filmpreis ist kein Beweis für ein Kriegsverbrechen.

Auch bei politischen Aussagen aus Israel lohnt ein Blick auf den jeweiligen Kontext. Gerade in einer weiterhin angespannten Sicherheitslage ist eine differenzierte Einordnung hilfreich.

Hinter all diesen Debatten stehen Menschen. Unter diesem Krieg leiden Zivilisten auf beiden Seiten, ebenso wie israelische Soldaten, von denen viele seit Jahren immer wieder aus ihrem zivilen Leben herausgerissen werden und nicht zu einem normalen Alltag zurückkehren können. Verständnis für Israels Sicherheitsbedürfnisse und Mitgefühl für die Menschen in Israel dürfen ebenso wenig fehlen wie das Mitgefühl für die palästinensische Zivilbevölkerung.

Und auch der Blick auf Deutschland gehört dazu. Antisemitismus nimmt zu, gleichzeitig gewinnt die AfD weiter an Bedeutung. Vielleicht lohnt es sich deshalb zu fragen, ob die intensive Beschäftigung mit Israel manchmal davon ablenkt, genauer hinzuschauen, was in der eigenen Gesellschaft geschieht.

Gerade die Hohen Feiertage erinnern daran, dass Selbstreflexion wichtiger ist als schnelle Urteile. Vielleicht sollte deshalb nicht nur gefragt werden, was es zu kritisieren gibt, sondern auch, was jeder und jede Einzelne zu mehr Sicherheit, Frieden und Verständigung beitragen kann.

In diesem Sinne: שנה טובה ומתוקה Schana Tova u’Metuka! Ein gutes und süßes neues 5787 Jahr!
Elina Becher
Ulrike Schmidt-Hesse
Bernd Lülsdorf

Das Schweigen ist ein mächtiger Zauberer

Am 16. September 2026 las Agnieszka Lessmann aus Ihrem autobiografischen Roman AGA.

Die Veranstaltung der GCJZ Darmstadt in Kooperation mit dem Deuschen Polen-Institut Darmstadt und der Jüdischen Gemeinde Darmstadt im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen erfuhr mit rund 35 Besuchern eine sehr gute Resonanz.

Die Lesung von Agnieszka Lessmann, ihr Gespräch mit Dr. Andrej Kaluza vom Dt. Polen-Institut, der die Veranstaltung …

Gottesdienst und Konzert zum Israelsonntag

Am 9. August 2026 fanden in der Ev. Stadtkirche in Darmstadt ein Gottesdienst und ein Konzert zum Israelsonntag statt.

Pfarrerin i.R. Ulrike Schmidt-Hesse sprach in ihrer Predigt zu einem Abschnitt aus dem Römerbrief des Neuen Testaments über die grundlegende Beziehung von Judentum und Christentum. Mit dem paulinischen Satz „Steter Schmerz wohnt in meinem Herzen“ und einem Foto aus dem Kibbuz …

Gedenken an das Massaker der Hamas vom 7. Oktober

7. Oktober 2026
Friedensplatz Darmstadt


14.30 Uhr Installation auf dem Friedensplatz
18.30 Kundgebung

Veranstalter: DIG in Kooperation mit Wissenschaftsstadt Darmstadt, GCJZ Darmstadt, AK Stolpersteine, Förderverein Liberale Synagoge, Jüdische Gemeinde Darmstadt.

Gedenken an die Novemberpogrome

9. November 2026, 17:00 Uhr, Synagoge, Wilhelm-Glässing-Str. 26, 64283 Darmstadt

Die Jüdische Gemeinde Darmstadt, die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Darmstadt laden gemeinsam zum Gedenken an die Novemberpogrome von 1938 in die Synagoge ein.
Gedenken an die Novemberpogrome

Erinnerung an Stefan Heym (10. 4. 1913 – 16. 12. 2001)
zu seinem 25. Todestag

Erinnerung an Stefan Heym (10. 4. 1913 – 16. 12. 2001) zu seinem 25. Todestag

16.11.2026, 19:00 Uhr | Literaturhaus Darmstadt

mit Joachim Keidl und Karlheinz Müller Nach der Lektüre der 2024 erschienenen Graphic Novel „Die sieben Leben des Stefan Heym“ von Gerald Richter und Marian Kretschmer möchte mancher Leser ausrufen: Was für ein Leben! 1913 wurde der Sohn eines jüdischen Kaufmanns als Helmut Flieg in Chemnitz geboren, mit Achtzehn wurde er wegen eines antimilitaristischen Gedichtes des Gymnasiums verwiesen, machte sein …

Marcus C. Hurek: Margot Friedländer. Eine Stimme für das Leben.

17./18.11.2026 |
Literaturhaus Darmstadt

Eine berührende Hommage an eine der bedeutendsten Zeitzeuginnen des Holocaust In seinem Buch versammelt der Herausgeber und Fotograf Markus C. Hurek Bilder und Zitate von Margot Friedländer. Als eine der letzten Zeitzeuginnen verband sie ihre Botschaft für Menschlichkeit und Toleranz immer mit einem Appell an Wachsamkeit und Aufbegehren. Das Buch ist ein Aufruf, die Erinnerung zu bewahren und für eine …
Marcus C. Hurek: Margot Friedländer. Eine Stimme für das Leben.

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am 31. Januar 2027 findet um 10:00 Uhr in der katholischen Innenstadtkirche St. Ludwig der Ökumenische Gottesdienst zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (27. Januar) statt.

Die Predigt hält Prof. Dr. Christiane Tietz, Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

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