Gegen das „Vergessen“ – Die Erben der „Arisierung“
12. März um 19:00 – 20:30 CET
12. März 2026, 19:00 Uhr, Kaht. Kirche Heilig Geist, Zöllerstraße 3, Darmstadt-Arheilgen
Erinnern und Wahrhaftigkeit sind von zentraler Bedeutung in einer Zeit, in der antisemitische Ressentiments zunehmen. Zum Erinnern an die Zeit des Nationalsozialismus gehört auch ein wenig beachtetes, aber bis heute wirksames Ereignis: Die „Arisierung“ genannte Enteignung der deutschen und europäischen Juden.

Den Anfang machte eine E-Mail vom 20. Juni 2014, Adressat war der Freie Autor und Journalist Armin H. Flesch in Frankfurt am Main. Geschrieben hatte ihm der Enkel eines ehemaligen Frankfurter jüdischen Unternehmers, dessen Firma Mitte der Dreißigerjahre „arisiert“ worden war. 80 Jahre später behaupteten die Nachkommen des einstigen „Ariseurs“ wahrheitswidrig, ihr Unternehmen blicke auf „100 Jahre Familientradition“ zurück.
Archivrecherchen im In- und Ausland – unter anderem im Landeshauptarchiv Koblenz – und Interviews lösten eine Beschäftigung des Frankfurter Journalisten mit dem Thema „Arisierung“ aus, die bis heute fortdauert: Wer profitierte vom legalisierten Raub und Mord an den Juden? Wie verhalten sich die heutigen Eigentümer arisierter mittelständischer Familienunternehmen zur NS-Vergangenheit ihrer Firma und Familie? Welche Bedeutung hat die „Arisierung“ für das Verständnis des Holocaust und der deutschen Gesellschaft vor und nach 1945? Welche konkreten Auswirkungen hat sie bis heute?
Auf diese und andere Fragen sucht Armin H. Flesch mit seiner Arbeit Antworten.
Dem Vortrag schließt sich eine Gesprächsrunde mit der Möglichkeit Fragen zu stellen an.













